Kaiserkronen Fritillaria Imperialis Dufter oder Stinker

Kaiserkronen Fritillaria Imperialis Dufter oder Stinker

Kaiserkronen, Stinker und Dufter. Von Pflanzendetektiven entdeckt.
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Beschreibung

Kaiserkronen, Stinker und Dufter. Das haben Pflanzendetektive für Sie entdeckt.
Die erste Begegnung mit imposanten Kaiserkronen hatte ich in Illertissen! Dort steht im Zentrum des “Bauerngartens” ein Riesenhorst, blüht
jedes Jahr und setzt sogar Frucht an.
Fritillaria imperialis: Samenstand Gerüche der besonderen Art
Der mit viel Buchs umgebene Garten und dann blühende Kaiserkronen dazu, das ist nicht jedermanns Nasensache. Andere können sich
hemmungslos dafür begeistern. Und zu denen gehöre ich. Kaiserkronen stinken, heißt es. Sie haben einen Geruch, der an das Löwengehege
im Zoo erinnert.
Als Erstfrühlingsblüher aber werden die Kaiserkronen von einer Fülle sehr wohlriechender Zwiebelpflanzen begleitet: Tulpen, Narzissen,
Crocus, Hyazinthen, Traubenhyazinthen. Da empfindet man es geradezu als Wohltat, wenn dazwischen mal eine Pflanze etwas kräftiger vor
sich hin „riecht“.
Gerüchte und Vorurteile
Kaiserkronen sind gut gegen Wühlmäuse, das hört man allenthalben. Ich glaube kaum, dass man sie mit Kaiserkronen vertreiben kann.
Eventuell lässt sich einer Wühlmausinvasion damit vorbeugen. Doch dann sollte man sich nicht auf Kaiserkronen allein verlassen, sondern auch
Narzissen (Sorte La Riante), die kreuzblättrige Wolfsmilch, Euphorbia lathyris und Knoblauch ansiedeln.
In unserem Bauerngarten steht ein großer Horst Kaiserkronen Das Vorurteil, Kaiserkronen seien nicht sehr langlebig, war auch in meinem Kopf.
Ein Blick in einschlägige Literatur hätte mir aber sagen können, wie es auch anders geht. Kaiserkronen bilden jedes Jahr einen mächtigen Stiel
mit großen Blüten. Das bedarf natürlich einer ganzen Menge Dünger! Und das zur Vegetationszeit. Während dieser relativ kurzen Phase von
April und Mai werden die Kräfte für das kommende Jahr eingelagert.
Außerdem wird empfohlen, die Kaiserkronen alle 4 bis 5 Jahre aufzunehmen und an einen anderen Platz neu zu pflanzen (im August, denn da hat die Kaiserkrone ihre absolute Ruhezeit). Dass in Bauerngärten die Kaiserkronen viel länger am selben Platz stehen und gedeihen, nun das liegt an einer guten Nährstoffversorgung.
Wenn man schon im August Zwiebeln bekommt, so ist das optimal. Denn bereits im September beginnt das Wurzelwachstum. Und je mehr
Wurzeln, desto kräftiger blüht die Kaiserkrone im kommenden Jahr. Gesetzt werden die Zwiebeln 20 bis 25 cm tief. Der Boden soll frisch,
tiefgründig und nahrhaft sein, der Platz sonnig bis allenfalls leicht schattig.
Und wie sieht’s mit der Vermehrung aus?
Wenn man sie im August ausgräbt, um die Kaiserkrone zu verpflanzen, merkt man, dass sich die Zwiebel öfter geteilt hat. Das ist die einfache
und schnelle Methode, zu mehr Kaiserkronen zu kommen. Mit Samen dauert es etwas länger.
Kaiserkronen sind ziemlich selbststeril. Eine gute Befruchtung findet statt, wenn 2 verschiedene Sorten beieinander stehen. Befruchter sind
übrigens vor allem Kohl- und Blaumeisen sowie Mönchsgrasmücken! Die halten sich am Stiel unterhalb der Blütenkrone fest und holen sich den Nektar mit der Zunge aus den Blüten. Wie gut, dass Vögel keinen Geruchssinn haben!
Sind die Samen im Spätsommer reif, sät man sie sofort im Freien aus. Hat die winterliche Kälte auf die Samen eingewirkt, keimen sie im
Frühjahr.
Fritillaria meleagris: Die Schachbrettblume und noch zwei andere Fritillarien
Einen humusreichen, kühlen, leicht sauren Boden verlangt die Schachbrettblume, Fritillaria meleagris. Ihre Ansiedlung scheitert leider all zu oft an schon vertrockneten Zwiebeln. Die vertragen keinen langen Aufenthalt an der frischen Luft. In Europa auf Feuchtwiesen heimisch, hat die Schachbrettblume keine gute Zeit. Viele ihrer natürlichen Standorte sind trockengelegt oder durch Kalkdüngung für diese Art unbrauchbar gemacht worden. Eigentlich ist es höchste Zeit, der Schachbrettblume erhöhte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Übrigens war sie Namengeberin für die Gattung. Fritillus war bei den Römern der Würfelbecher. Und meleagris kommt aus dem Griechischen und heißt Perlhuhn! Fritillaria persica
Extrem andere Ansprüche an den Standort stellt Fritillaria persica. Diese wunderschöne, auch im April blühende „Kaiserkrone“ trägt
auberginenfarbene Blüten, die, man staune, einen angenehmen, süßlichen Duft verbreiten.
Die Persische Kaiserkrone mag einen trockenen und heißen Sommer. In unseren normalen, regenreichen Sommern ist es besser, die Zwiebeln auszugraben und in trockenem Sand bis zum September zu lagern. Der Boden soll durchlässig, aber nährstoffreich sein.

Sucht den Namen. Frau Rau
Die Pflanzendetektivin: Frau Winkler
Quelle: Herr Seifert